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Telefon-Hotline der kath. Kirche wird kritisch gesehen PDF Drucken E-Mail
Montag, 18. Januar 2010


Geschlagen und geknechtet

Bis in die 70er Jahre hinein hatten viele Heimkinder in Deutschland oft Schlimmes zu erdulden: Schläge, psychische Gewalt, Zwangsarbeiten. Die katholische Kirche startet eine Telefon-Hotline für Geschädigte. Betroffene sehen die Hotline kritisch und fordern eine neutrale Anlaufstelle.

 

Kommentar von Renate Schusch:

Hotline für die Opfer? - Welch´ ein Hohn, ein Schlag ins Gesicht eines jeden Opfers: Jahrelang gequält, soll man sich jetzt vertrauensvoll in die Richtung der ehemaligen Peiniger wenden?

Schwer traumatisiert kämpft man heute noch mit den Nachwirkungen des Missbrauchs, der Misshandlungen und der emotionalen Gewalt.

Was soll diese Hotline bewirken? - Absolution? Wir haben Hilfe angeboten und niemand nahm sie in Anspruch? Dann kann es wohl auch keine Opfer gegeben haben!

Die Opfer brauchen keine Lippenbekenntnisse, sondern Anerkennung dessen, was ihnen widerfahren ist, - „Opferentschädigung" heißt das Zauberwort.

Die Heilung von Angststörungen, Panikattacken, Beziehungsunfähigkeit usw. kann man  – Jahrzehnte danach –  nicht einfach durch ein Telefonat bewirken, geschweige denn die verlorene Lebensqualität der vergangenen Jahre wieder gut machen.

Aber nicht nur der Blick zurück ist - für uns alle - wichtig, sondern es ist auch wichtig, das Augenmerk auf den Kinderschutz im Hier und Heute zu richten.Unsere Gesellschaft sollte das Hinsehen üben, denn rituelle und Gewalt in Institutionen ist kein Phänomen aus vergangener Zeit, sondern auch heute noch um uns herum.

Kinder sind unsere Zukunft, wir alle müssen sie schützen.

 
Termine
25.09.2010 | 10.00
Frühkindliche Traumatisierung bei...
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