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GEW präsentiert Gutachten zur Situation der Schulpsychologie PDF Drucken E-Mail
Freitag, 12. Februar 2010


Prof. Dollase empfiehlt 250 Schulpsychologen - Ort- und schulnahe Organisation unverzichtbar

Hannover, 11.02.2010

Prof. Dr. Rainer Dollase von der Universität Bielefeld stellte am Donnerstag, den 11. Februar bei einer hochkarätig besuchten Fachtagung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ein Fachgutachten zur Situation der Schulpsychologie vor. Seine Expertise empfiehlt 250 Schulpsychologen für Niedersachsen und eine orts- und schulnahe Organisationsform, die als Beratungsinstanz den professionellen Standards genügt. "Damit im Schulsystem die Arbeit der Schulpsychologie für Lehrkräfte, Schülerinnen und Eltern wirksam werden kann, ist eine kritische Mindestgröße an schulpsychologischer Versorgung notwendig."

International wird nach Dollases Gutachten eine Relation von 5.000 Schülern pro Schulpsychologe empfohlen. In der Bundesrepublik (1: 26.000) ist Niedersachsen Schlusslicht (1: 30.000). Niedersachsen verfügt gegenwärtig über 50 Planstellen, von denen allerdings nur 38 tatsächlich besetzt sind.

Das Dollase-Gutachten empfiehlt auch die Herstellung einer richtigen und wirksamen Kooperation und Aufgabenverteilung zwischen Lehrkräften, Beratungslehrern und Schulsozialpädagogischen Fachkräften. Diese Berufsgruppen dürften aufgrund der Unterschiede ihrer Ausbildung und Aufgabe in den Schulen allerdings nicht gegeneinander aufgerechnet oder ausgetauscht werden.

"Schulpsychologie muss heutzutage präventiv aktiv werden, nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, aber auch in Notlagen muss sie schnell an Ort und Stelle sein können", so formuliert der GEW-Landesvorsitzende Eberhard Brandt die Erwartungen der Schulen. Es sei hochproblematisch, dass sich Schulen in Krisen wie nach dem Selbstmord von Robert Enke aus Mangel an Schulpsychologen an Ortspfarrer wenden mussten.

Prof. Dr. Rainer Dollase hatte das Gutachten "Situation der Schulpsychologie in Deutschland und in Niedersachsen im internationalen Vergleich" im Auftrag der Max-Träger-Stiftung erstellt. Die Arbeitsgruppe Schulpsychologie der GEW Niedersachsen hatte die Fachtagung vorbereitet, die von zahlreichen Experten aus dem Kultusministerium, der Schulbehörde, der Schulinspektion, dem Institut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, den Fachverbänden und der Wissenschaft besucht worden war. Auch die schulpolitischen Sprecherinnen der Oppositionsfraktionen wurden herzlich begrüßt.

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