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Posttraumatische Belastungsstörungen PDF Drucken E-Mail
Montag, 10. Juli 2017

Da viele unserer Pflegekinder traumatische Erfahrungen haben möchten wir auf nachfolgende Presseerklärung von EMDRIA Deutschland e.V. hinweisen:

Posttraumatische Belastungsstörung ist bei Kindern innerhalb weniger Stunden schnell und effektiv behandelbar. Kinder und Jugendliche mit posttraumatischer Belastungs-störung (PTBS) können erfolgreich mit nur wenigen Stunden EMDR oder kognitiv-behavioraler Schreibtherapie behandelt werden. Dies ist das Ergebnis eines neuen Forschungsartikels der Universität Amsterdam (UvA) und GGZ Rivierduinen (Traumazentrum für Kinder und Jugendliche). Der Artikel wurde am Donnerstag, 29. Juni im Journal of Child Psychology and Psychiatry veröffentlicht.

Die PTBS ist eine psychische Störung, die sich nach Konfrontation mit einem traumatischen Ereignis wie zum Beispiel einem Terroranschlag, einem Verkehrsunfall, sexuellem oder körperlichem Missbrauch entwickeln kann. 

Vorherige Studien zeigen, dass PTBS bei Erwachsenen effektiv mit Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) oder traumafokussierter kognitiver Verhaltens-therapie behandelt werden kann. Bis zum heutigen Tag fehlte allerdings der definitive Nachweis zur Wirksamkeit von EMDR bei Kindern und Jugendlichen.


Für ihre Studie haben Carlijn de Roos, klinische Psychologin und Forscherin an der UvA, und ihre Forscherkolleginnen und –kollegen den Effekt von EMDR mit dem der kognitiv-behavioraler Schreibtherapie (WRITEjunior) bei Kindern und Jugendlichen der Altersgruppe 8 bis 18 Jahre verglichen. Diese Kinder hatten ein einziges traumatisches Ereignis wie einen Verkehrsunfall, Vergewaltigung, einen körperlichen Übergriff, oder traumatischen Verlust erlebt. Bei beiden Arten der Behandlung erfolgte die Konfrontation mit der traumatische Erinnerung ohne größere Vorbereitung. Bei EMDR wird die traumatische Erinnerung aktiviert, während zur selben Zeit das Arbeitsgedächtnis des Kindes mit einer externen

Aufgabe beansprucht wird (z.B. den Fingern des Therapeuten mit den Augen zu folgen).

In der Schreibtherapie schreibt das Kind am Computer zusammen mit dem Therapeuten eine Geschichte über das Ereignis und die Konsequenzen, inklusive aller schrecklichen Aspekte der Erinnerung. In der letzten Sitzung teilt das Kind die Geschichte über das, was passiert ist mit wichtigen Bezugspersonen.

Wenige Stunden sind ausreichend

Insgesamt 103 Kinder und Jugendliche nahmen an der Studie teil. Im Durchschnitt waren vier Sitzungen ausreichend für eine erfolgreiche Behandlung. „EMDR und Schreibtherapie waren gleichermaßen effektiv bei der Reduktion von posttraumatischen Symptomen, Angst, Depression und Verhaltensproblemen. Darüber hinaus bewiesen beide Therapien, dass sie kurz und somit kostengünstig sind“ sagt de Roos. „Wir haben wortwörtlich eine Stoppuhr

genommen und die Länge der beiden Traumabehandlungen gestoppt. Dies hat gezeigt, dass EMDR die positiven Resultate am schnellsten erreicht (im Mittel 2 Stunden und 20 Minuten), verglichen mit der Schreibtherapie (im Mittel 3 Stunden und 47 Minuten). Das Wichtigste war natürlich, dass die Resultate lang andauernd waren, wie bei der Follow-Up Messung ein Jahr später gezeigt wurde“.

 

Signifikanz für den Bereich

Etwa 16% von Kindern, die einem Trauma ausgesetzt sind, entwickeln eine PTBS. „Kinder, die nicht die richtige Behandlung bekommen leiden unnötigerweise und sind dem Risiko, weitere Probleme und Retraumatisierung zu entwickeln, ausgeliefert“, sagt de Roos. „Die Herausforderung für Mediziner ist es, PTBS-Symptome schnellstmöglich zu identifizieren und sofort zu einer Traumabehandlung zu überweisen“. Laut de Roos sollte PTBS-Screening ein Standardverfahren im Bereich der Versorgung von Kindern mit Störungen aller Arten werden. „Wenn eine PTBS erkannt wird, kann eine kurze traumafokussierte Behandlung die Symptome signifikant verringern. Eine kurze Behandlung wird nicht nur das Leiden des Kindes und seiner Familie reduzieren, sondern auch zu riesigen Ersparnissen im Gesundheitswesen führen“.

Bei Kindern, die mehrere traumatische Erlebnisse erlitten haben oder jünger als acht Jahre alt sind, ist es wichtig, noch mehr Forschung über die Effekte von EMDR und Schreibtherapie in Kindern mit PTBS-Symptomen durchzuführen, fügt de Roos hinzu.

Quelle: Presseerklärung von EMDRIA Deutschland e.V. vom 2. Juli 2017

 
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